Zur Feier der Cyanotypie!
Cyanotypie: Der ursprüngliche farbverändernde Druck
Wenn Sie schon einmal einen Cyanotypie-Druck in den Händen gehalten haben, dessen Papier in tiefem Preußischblau getränkt ist und auf dem Objekte in geisterhaftem Weiß dargestellt sind, dann wissen Sie, dass sich das wie Magie anfühlt. Lange vor den digitalen Filtern und der Farbfotografie lieferte uns dieses Verfahren einen der frühesten Farbveränderungseffekte, bei dem das Sonnenlicht selbst die Chemie in Kunst verwandelte.
In diesem Monat kommen Künstler und Fotografen auf der ganzen Welt zum Welttag der Cyanotypie zusammen, der jedes Jahr am letzten Samstag im September begangen wird, im Jahr 2025 also am 27. September.
Was ist die Cyanotypie?
Die Cyanotypie ist ein frühes fotografisches Verfahren, das 1842 von dem Wissenschaftler Sir John Herschel erfunden wurde. Durch das Bestreichen von Papier (oder Stoff) mit einer Mischung aus Eisensalzen und die anschließende Belichtung mit Sonnenlicht erscheinen die Bilder in auffälligen Blautönen.
Vor der Belichtung: Die Oberfläche sieht blassgrünlich aus,
Während der Belichtung: Das UV-Licht löst eine chemische Reaktion aus,
Nach dem Waschen in Wasser: Das Bild wird in einem tiefen, dauerhaften Blau "fixiert",
Eine der ersten, die die Cyanotypie kreativ einsetzte, war Anna Atkins, die 1843 Algen und Farne mit Cyanotypien dokumentierte und damit das erste Fotobuch schuf, das je veröffentlicht wurde.
Warum es sich um ein frühes "farbveränderndes" Produkt handelt
Was machte die Cyanotypie so revolutionär?
Umwandlung: Das Papier veränderte unter Lichteinwirkung buchstäblich seine Farbe,
Zugänglichkeit: keine Dunkelkammer erforderlich, nur Sonnenlicht und Wasser,
Langlebigkeit: Cyanotypien können bei richtiger Pflege Jahrhunderte überdauern,
Für die Viktorianer war dies mehr als nur Fotografie, es war der Beweis dafür, dass Licht Materie verändern kann, und aus moderner Sicht war es das erste "farbverändernde Produkt", das wir in den Händen halten konnten.
So machen Sie Ihren eigenen Cyanotypie-Abzug
Sie brauchen kein Labor, nur einen sonnigen Nachmittag.
Sie benötigen:
Vorsensibilisiertes Cyanotypie-Papier (erhältlich im Kunsthandel oder online),
Flache Gegenstände (Blätter, Spitzen, Federn, Schlüssel, Negative),
Ein Stück Glas (optional, um die Objekte zu fixieren),
Ein Tablett mit Wasser,
Schritte:
Legen Sie Ihr Objekt auf das Papier im hellen Sonnenlicht,
Warten Sie 5-15 Minuten, während das Papier dunkel wird,
Spülen Sie das Papier mit Wasser ab, bis die unbelichteten Stellen reinweiß werden,
Lassen Sie es trocknen. Ihr preußischblaues Kunstwerk wird sich beim Aushärten vertiefen,
Tipp: Versuchen Sie, mit Tee oder Kaffee zu tönen, um sepia-braune Effekte zu erzielen,
Warum der Welttag der Cyanotypie wichtig ist
Der Welttag der Cyanotypie ist nicht nur für Fotografen, sondern auch eine Erinnerung an:
Unser Erbe: die Verbindung zu Herschels Wissenschaft und Atkins' Kunstfertigkeit,
Kreativität zum Anfassen: In einem Zeitalter der Bildschirme lädt uns die Cyanotypie zur Entschleunigung ein,
Globale Verbindung: Künstler aus aller Welt stellen ihre Cyanotypien online zur Verfügung und schaffen so eine weltweite Galerie in Blau,
Abschließende Überlegungen
Von den Algen, die Anna Atkins gepresst hat, bis hin zu den modernen Wandmalereien - die Cyanotypie hat fast zwei Jahrhunderte hinter sich und ist immer noch faszinierend, verwandelt sich immer noch und verändert immer noch die Farbe vor unseren Augen.
Feiern Sie also diesen September den Welttag der Cyanotypie (27. September 2025), indem Sie Ihre eigenen Sonnenabdrücke machen, beobachten Sie, wie sich das blasse Grün in ein tiefes Blau verwandelt, und denken Sie daran, dass jede Cyanotypie nicht nur ein Bild ist, sondern ein Stück Alchemie.